| Theorie designt, Posteraktion Berlin (1999) New York (2003) | ![]() |
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| Mit
der Idee der Kontextverschiebung durch eine Plakatierungsaktion in Harlem
(New York City) nahm ich Bezug auf die veränderten Formen der Plakatierung
im Berliner öffentlichen Raum der 1990er: Neben dem politischen
Plakat (z.B. Aufforderung zur Teilnahme an einer Demonstration) tauchten
in inflationärem Maße Poster und Flyer für Club-Events
oder Partys auf, denen eine neue Ästhetik eigen war. Plötzlich,
durch das Erscheinen erschwinglicher Computer mit Zeichen- und Layoutprogrammen
auf dem Markt, begannen viele, mit eigenhändig erstellten Plakaten
die bisher geltenden Regeln des Design und seiner Bearbeiter außer
Kraft zu setzen, ähnlich der Entstehung von Videokunst Ende der
1960er, als der Erwerb eines Aufnahmegeräts als Massenprodukt möglich
bzw. (für KünstlerInnen) ökonomisch vertretbar wurde.
Dadurch ergab sich eine Demokratisierung der gestalterischen Möglichkeiten
im Sinne von: Jede/r-ein/e-DesignerIn.
Umgekehrt veränderte sich auch das althergebrachte politische Plakatdesign:
politische Grafiken begannen wie Partyangebote auszusehen. Eine ungekannte Plakatgestaltungswelle
entstand. Diese Aspekte stellte ich anhand meiner eigenen Plakatierung des öffentlichen Raums in New York zur Disposition. Die Sichtbarkeit des technischen Angebots ohne Verheimlichung der Methode vereinte die acht Offsetdrucke. Zwei von ihnen lagen Fotos aus Südostasien zugrunde: eine Gruppe “arbeitsloser” Arbeitselefanten, die einer Gruppe von (im Sinne der Ökonomie produktiver) TouristInnen gegenüber steht. Im Vordergrund bauen zwei Personen eine Hütte (im herkömmlichen Sinne von Arbeit). Auf fünf Plakaten sind ovale und rechteckige Strukturen zu sehen, mittels Computer gezeichnet, die jeglichen informativen Gehalts entbehren und einen Bezug zu All-Over-Traditionen einer Malerei á la Jackson Pollock herstellen. Ein Plakat zeigt Kinder vor einem grafischen Sonnenuntergang. Thematisiert wird ein aktives Sympathisieren mit, ein Partizipieren an, und ein Importieren jener Plakatierkultur und der daraus resultierenden Kontextverschiebung. Eines dieser Plakate trägt ein Zitat Jacques Derridas zur Digitalisierung der Stadt. |
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