durch
die galerie führt die strasse und unter dem pflaster liegen die zeitungen
und hinter den medien steht der kiosk und unter dem kiosk liegt der
bäcker und neben dem bäcker steht c&a und bei h&m liegt
der badeanzug mit dem wir zum strand fahren wo bekanntlich die strandbar
mitte liegt und die spree in die seine fließt -
nous sommes tous encore ici!
im rahmen
der ausstellung "révolutionaires,
il n'y a pas de révolution!" von elke marhöfer findet
am 15.9. um 15 uhr eine veranstaltung statt, in der es um künstlerische
repräsentationsformen von protest
und repräsentative protestformen von kunst gehen wird. in der
galerie
koch und kesslau werden echte lebendige protestgruppen vor- und ausgestellt,
die ihren protest als reales anliegen und nicht als künstlerischen
ausdruck begreifen. weil wir künstlerischen
ausdruck als reales anliegen von protest verstehen, laden wir dazu
ein, an einer konstruierten situation teilzunehmen. ad
2."revolution will be televised"
sonntag 15.9. 21 uhr Raum3
ziegelstraße 20 (eingang rechts neben dem WMF)
10199 berlin
filme:
tara herbst, nicolas siepen: moi, je suis au mois de mai
a.s.ambulanzen: a film is a girl and a gun (a parade is a parade is a
parade)
kanalB: genua-dokumentation
diskussion mit tara herbst, nicolas siepen, elke marhoefer, arne hoecker,
kanalB im anschluß an die ausstellung zeigen wir am
15.9. im Raum3 ab 21 uhr drei filme, die sich auf unterschiedliche
weise mit protestformen auseinandersetzen.
in ihrem film "moi, je suis au mois de mai" versetzen sich
tara herbst und nicolas siepen mit vielen freundinnen und freunden
zurück
in den mai 1968 und spielen im park demonstration. es geht um zusammenhänge
und trennungen, um eine zeit, deren kinder wir sein sollen, um rollkragenpullover
und sonnenbrillen, die wieder in mode sind, und um eine form des protests,
die wie bei godard oder farocki in der gespielten inszenierung eine sehnsucht
vermittelt sowie die lächerlichkeit
heutiger protestformen, deren antrieb diese sehnsucht ist.
"a film is a girl and a gun (a parade is a parade is a parade)" von
den a.s.ambulanzen zeigt den weg vom politischen ins private, den die kommunarden
uuschi obermaier und rainer langhans eingeschlagen haben und beweist wieder einmal,
daß die weltgeschichte mindestens zur hälfte eine liebesgeschichte
ist. das persönliche waterloo
steht unmittelbar neben dem krieg in vietnam und nur weil die liebesmetaphorik
einer sprache des krieges entlehnt ist, heißt das noch nicht,
dass die grausamkeit vergleichbar ist.
schließlich
zeigen wir noch eine dokumentation der ereignisse in genua von kanalB,
die die härte und gewalt des polizeieinsatzes
gegen demonstrierende globalisierungskritikerInnen dokumentiert.
ende
juli 2001 trafen sich in genua die chefs der G8staaten, um unter ausschluß der
oeffentlichkeit die zukunft der welt zu regeln. die angereiste APO
der globalisierungskritikerInnen wurde durch riesige zaeune daran gehindert,
ihr recht auf versammlungsfreiheit auszuueben. mit einer eskalationsstrategie
im vorfeld, die die ansaessige linke an die 70er jahre erinnerte, wurde
eine unertraegliche spannung
erzeugt. der protofaschistische repressionsappart der regierung Berlusconi
versuchte systematisch, die 400.000 aktivistInnen einzuschuechtern und
(mit hilfe der willfaehrigen tagespresse) zu kriminalisieren. dabei war jedes
mittel recht, incl. folter und mord.") http://www.kanalb.de
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